Vereinsgastronomie

Das Gastronomiegewerbe leidet besonders unter der aktuellen Situation. Restaurants und Cafes müssen schließen oder dürfen nur noch Lieferdienste und Abholungen anbieten. Auch die Gastronomien auf Tennisanlagen sind von dieser Regelung betroffen, ihnen fehlt zudem oft die Laufkundschaft. Wie könnt ihr nun euren Pächtern helfen, damit sie überleben und eure Mitglieder bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs weiterhin ordentlich verpflegt werden?

Was können wir als Verein für unseren Gastronomen tun?

Leider nicht viel, denn die Situation ist schwierig. Folgende Ideen können eventuell von eurem Gastronomen umgesetzt werden:

  • Viele Restaurants bieten inzwischen notgedrungen Lieferdienste an. Werdet kreativ: Vielleicht hat der Pächter eurer Vereinsgastronomie die Möglichkeit, den Clubmitgliedern bestimmte Gerichte nach Hause zu bringen? Oder der Vereinstrainer möchte diese Aufgabe übernehmen?
  • Wenn ihr keine Möglichkeit habt, die Speisen auszuliefern, könnt ihr euer Speisenangebot auch zur Abholung anbieten.
  • Verwendet Coupons und gebt euren Vereinsmitgliedern die Möglichkeit die Gastronomie langfristig zu unterstützen. Die Mitglieder kaufen und bezahlen einen Coupon für ein Essen in der Vereinsgastronomie und lösen den Coupon ein, wenn die Gastronomie wieder geöffnet hat. Nutzt euren Newsletter oder eure Social Media-Kanäle und kommuniziert das Angebot. Ruft auf, fleißig in der Vereinsgastronomie zu bestellen oder Coupons zu erwerben – und damit etwas Gutes zu tun.

 

Besteht Versicherungsschutz, wenn die Behörde den gastronomischen Betrieb wegen des Coronavirus schließt?

Wenn die Behörde anordnet, dass ein Betrieb geschlossen werden muss, kommt es darauf an, ob der betroffene Betrieb eine Betriebsschließungsversicherung abgeschlossen hat und wie die Klauseln im konkreten Versicherungsvertrag ausgestaltet sind. Ein pauschaler Versicherungsschutz besteht nicht in jedem Fall. Es gibt auch Versicherungsunternehmen, bei denen im Rahmen einer Sachversicherung eine zusätzliche Infektionsschutzklausel mit abgeschlossen werden muss, um in diesen Fällen Versicherungsschutz zu haben. Wir raten Betrieben dazu, ihre Verträge zu prüfen und die jeweilige Versicherung zu kontaktieren. Wenn Betriebsschließungen drohen, sollten sich betroffene Betriebe unverzüglich mit ihrer Versicherung in Verbindung setzen.

 

Welche Leistungen umfasst die Betriebsschließungsversicherung?

Der Umfang der Leistungen ist abhängig von der Versicherung. Bei Bestehen einer Betriebsschließungsversicherung wird in der Regel Ersatz geleistet, wenn beispielsweise ein Tätigkeitsverbot für Mitarbeiter angeordnet wird. Dann zahlt die Versicherung zeitlich befristet die Bruttolohnkosten. Es kann auch die schriftliche Empfehlung der Behörde genügen, dass eine Entschädigung für die Kosten einer Desinfektion des Betriebes gezahlt werden oder auch finanzieller Ersatz, wenn Lebensmittel vernichtet werden müssen.

 

Was ist bei Stornierungen von Eventcateringdienstleistungen zu beachten?

In diesen Fällen sollte man zunächst die entsprechenden Verträge prüfen. Üblich sind beispielsweise nach Tagen gestaffelte Stornierungsregelungen. Je nach Ausgestaltung der Verträge können Cateringbetriebe auf Zahlung gemäß den Stornierungsbedingungen bestehen. Sofern noch kein Vertrag unterzeichnet wurde, das Cateringunternehmen aber bereits Arbeitsstunden in die Vorbereitung investiert hat, kann das Unternehmen den Versuch unternehmen, diese bereits geleisteten Arbeitsstunden beim Auftraggeber in Rechnung zu stellen. Cateringunternehmen sind in dieser Situation allerdings auf die Kulanz des Auftraggebers angewiesen.

 

Welche staatlichen Förderinstrumente existieren, um gastronomische Unternehmen in Deutschland finanziell zu unterstützen?

Das Bundeswirtschaftsministerium weist mit Stand 26. Februar darauf hin, dass für den kurzfristigem Liquiditätsbedarf für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und der freien Berufe bereits etablierte Förderinstrumente zur Verfügung stehen:

 

Weitere Möglichkeiten:

  • KfW-Unternehmer- und Gründerkredite: Für Unternehmen, die seit mehr als 5 Jahren am Markt bestehen, kann bei Liquiditätsengpässen der Unternehmerkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen werden. Für Unternehmen, die noch keine 5 Jahre am Markt bestehen, gibt es den von der (KfW) aufgelegten ERP-Gründerkredit. KfW-Unternehmer- wie auch ERP-Gründerkredite sind über Banken und Sparkassen bei der KfW zu beantragen. Informationen dazu gibt es auf der Webseite der KfW und bei den Banken und Sparkassen.
  • Landesförderprogramme: Ergänzend zum KfW-Angebot bieten auch die Landesförderinstitute zinsgünstige Betriebsmittelfinanzierungen an. Einzelheiten sind bei den Förderinstituten der Länder zu erfragen. Weitere Informationen sind auch über die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums erhältlich:
  • Bürgschaften: Für wirtschaftlich gesunde Unternehmen können Bürgschaften für Betriebsmittelkredite zur Verfügung gestellt werden. Bis zu einem Betrag von 1,25 Millionen Euro werden diese durch die Bürgschaftsbanken bearbeitet, darüber hinaus sind die Länder beziehungsweise deren Förderinstitute zuständig. Eine Anfrage für ein Finanzierungsvorhaben kann über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken gestellt werden:

 

Darüberhinausgehend hat die Bundesregierung ein Soforthilfeprogramm für Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige in Höhe von 50 Milliarden Euro beschlossen. Diese beinhaltet folgende Maßnahmen:

  • Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) erhalten einen einmaligen Zuschuss bis zu 9.000 Euro für 3 Monate.
  • Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern (Vollzeitäquivalente) erhalten einen einmaligen Zuschuss bis zu 15.000 Euro für 3 Monate.
  • Sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 Prozent reduziert, kann der gegebenenfalls nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate eingesetzt werden.

Mit den Corona-Soforthilfen für Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige können akute Liquiditätsengpässe überwunden werden. Die Hilfe betrifft vor allem laufende Betriebskosten wie zum Beispiel Mieten, Kredite für Betriebsräume und Leasingraten. Die Bewilligung der Anträge erfolgt durch die jeweiligen Länder beziehungsweise Kommunen.

 

Quellen:

Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.: FAQs zum Arbeits- und Sozialrecht unter http://www.dehoga-corona.de/fileadmin/Corona-Daten/FAQs/DEHOGA-Aktuell_Corona_FAQs_Arbeits-_und_Sozialrecht_200320.pdf (abgerufen am 21.03.2020).

Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V. unter https://www.dehoga-bundesverband.de/; DEHOGA-IHA-Merkblatt Coronavirus) (abgerufen am 21.03.2020).