Geplante Veranstaltungen

Mit dem Versammlungsverbot und den damit einhergehenden Schließungen der Sportstätten in der ganzen Bundesrepublik ist die Terminierung zahlreicher Mitgliederversammlungen, Saisoneröffnungen und auch sportlicher Wettkämpfe offen. Hier findet ihr einen Überblick über die wichtigsten Regelungen zu diesem Thema. 

Deutschland spielt Tennis

Euer Verein ist zu „Deutschland spielt Tennis“ angemeldet und hatte den Aktionstag im April geplant. Was tun, wenn dieser Termin nun aufgrund der Schließung der Sportstätten voraussichtlich nicht mehr möglich ist?

 

Der Deutsche Tennis Bund hat den Durchführungszeitraum von „Deutschland spielt Tennis“ aufgrund der Corona-Pandemie bis mindestens zum 30. September 2020 verlängert. Ob als Saisoneröffnung, als Sommerfest, im Rahmen der Vereinsmeisterschaften oder als Saisonabschluss – die Vereine haben nun wesentlich mehr Flexibilität und können ihre mit viel Engagement geplanten Aktionstage so hoffentlich zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden lassen. Die neuen Termine müssen sich natürlich im Einklang mit den regionalen Vorgaben durch die politischen Verantwortungsträger und Gesundheitsämter befinden.

 

Neue Rahmendaten zu „Deutschland spielt Tennis 2020“:

  • Anmeldezeitraum zu „Deutschland spielt Tennis“: verlängert bis 31. Juli 2020
  • Automatische Teilnahme an der Vereinsverlosung bei Anmeldung: bis 30. Juni 2020
  • Durchführung des Aktionstages: bis mind. 30. September 2020

Was müsst ihr bei der Verlegung des Aktionstages beachten?

Jeder Tennisclub kann das neue Datum für den Aktionstag – in Abhängigkeit von den regionalen Vorgaben – frei wählen. Die Vereinsmitglieder sollten jedoch zeitnah über den neuen Termin informiert werden. Alle vom Deutschen Tennis Bund zur Verfügung gestellten Werbemittel und Vorlagen können weiterhin verwendet werden.

 

Was passiert mit dem Besuchergewinnspiel?

Das Besuchergewinnspiel (Gewinnspielkarten im Vereinspaket) wird vom Deutschen Tennis Bund bis 30. September verlängert. Die Besucher können sich also für die Verlosung anmelden, obwohl auf den Gewinnspielkarten ein Registrierungszeitraum bis 24. Mai angegeben ist.

Mannschaftswettspiele / Turniere

Wann fängt der Punktspielbetrieb an?

Aktuell sind bundesweit alle Sportstätten geschlossen, so dass ein Punktspielbetrieb – Winterrunde oder Sommerrunde – bis auf Weiteres nicht möglich ist. Abgesehen davon liegt der Punktspielbetrieb grundsätzlich in der Zuständigkeit der Landesverbände. Der Deutsche Tennis Bund hat jedoch eine Absage aller Punktspiele bis einschließlich 7. Juni 2020 empfohlen.

 

Ab wann können wir ein Turnier durchführen?

Aktuell sind alle Turniere (International, National sowie Ranglisten- und Leistungsklassenturniere) aufgrund der bundesweiten Vorgaben abgesagt. Vom 16. März bis zum 7. Juni werden keine Ranglisten- und LK-Ergebnisse erfasst, d.h. der Deutsche Tennis Bund vergibt in diesem Zeitraum keine Ranglisten- und Leistungsklassen-Punkte. Dies betrifft alle Altersklassen, Rollstuhltennis und Beach Tennis.

 

Können wir trotz der aktuellen Situation mit der Platzaufbereitung beginnen?

Das Betreten der Sportanlage für die Platzvorbereitung/Frühjahrsbestellung ist bundesweit zurzeit nicht einheitlich geregelt und die aktuelle Verordnungslage ist rechtlich nicht eindeutig. Wir haben bereits Kontakt zu mehreren Institutionen aufgenommen und versuchen, zumindest für die einzelnen Bundesländer, diesbezügliche einheitliche Regelungen bzw. Bestimmungen zur Vorgehensweise zu erfahren.

 

Wir können daher nur folgende nicht rechtsverbindliche Empfehlungen geben:

 

a. Platzbaufirmen:

Wir gehen davon aus, sofern die Plätze durch Firmen bzw. einen Platzwart vorbereitet werden, es sich hierbei um Arbeit handelt und demnach die Platzanlage zwecks Ausübung der Arbeit betreten werden dürfte. Mit dieser Auffassung muss zwingend und in jedem Fall mit den entsprechenden zuständigen Stellen vorab das Betreten der Tennisplätze abgeklärt werden.

 

b. Frühjahrsbestellung, die durch Vereinsmitglieder selber durchgeführt werden sollen:

Aufgrund der uns bekannten Rechtslage ist zurzeit aufgrund der Verordnungen zur Betretung von Sportanlagen eine Platzvorbereitung/Frühjahrsbereitung durch Vereinsmitglieder selber nicht möglich. Wir empfehlen aber mit den zuständigen Behörden vorab Kontakt aufnehmen und zu prüfen, ob für diese Tätigkeit, die mit großem Abstand zueinander und auch mit beschränkter Personenzahl durchgeführt werden würde, eine entsprechende Erlaubnis ausgesprochen werden könnte.

 

Bitte beachtet mit Blick auf eure Anlage auch folgenden Hinweis zum Thema "Fachgerechte Stillegung von Trinkwasser-Installationen".

Mitgliederversammlung

Dürft ihr eure Mitgliederversammlung aufgrund der Corona-Krise absagen?

Aufgrund des aktuell bundesweiten Versammlungsverbotes kann eure Mitgliederversammlung zurzeit nicht stattfinden, ihr müsst sie also erst einmal absagen. Ganz entfallen darf sie aber nicht – sie muss verlegt werden.

 

Und wenn eure Satzung eine zeitliche Vorgabe zur Durchführung der Mitgliederversammlung enthält?

Nicht selten enthalten Satzungen Regelungen darüber, dass die Mitgliederversammlung in einem bestimmten Quartal oder einem bestimmten Turnus abgehalten werden muss. Das sollte grundsätzlich eingehalten werden, aber es kann Ausnahmen geben. Eine geringe zeitliche Abweichung führt nicht dazu, dass eine früher oder später einberufene Mitgliederversammlung keine gültigen Beschlüsse fassen kann. Das gilt auch bei einer größeren zeitlichen Abweichung, wenn es die aktuellen Bestimmungen durch die Bundesregierung oder das Land nicht anders zulassen oder wenn eine Risikoabwägung des Vorstands zu dem Ergebnis führt, dass eine Abhaltung der Mitgliederversammlung nicht vertretbar ist.

 

Wie wird eine Mitgliederversammlung verlegt?

Die Verlegung muss durch die satzungsgemäß für die Einladung zuständigen Gremien erfolgen. Anschließend müssen die Mitglieder informiert werden. Dies geschieht auf die gleiche Art wie die Einladung. Ist dies aufgrund der Kürze der Zeit nicht möglich, so müssen alle Mitglieder auf sonstige Art informiert werden. Unabhängig davon sollten alle Möglichkeiten der Information der Mitglieder ausgeschöpft werden. Wichtig ist es, alle Gremien des Vereins einzubinden und größtmögliche Transparenz zu wahren. Die konkrete Nennung eines neuen Termins macht gegenwärtig wenig Sinn, denn noch ist nicht abzusehen, wie sich die Situation im Zusammenhang mit dem Corona-Virus weiterentwickelt.

 

 

Umgang mit bereits versandten Einladungsunterlagen / eingereichten Anträgen

Wird später erneut zur Mitgliederversammlung eingeladen, gilt dies als Einberufung einer neuen Mitgliederversammlung, sodass die Satzungsregelungen zu beachten sind. Ihr müsst euren Mitgliedern dann die Tagesordnung und alle Unterlagen erneut nach den Regelungen der Satzung (vollständig und fristgerecht) zur Verfügung stellen. Sind zu einer Mitgliederversammlung, die abgesagt oder verschoben wird, bereits Anträge von Mitgliedern eingegangen, empfehlen wir euch, im Vorfeld mit den jeweiligen Antragstellern abzuklären, ob diese ihre Anträge aufrechterhalten möchten.

 

Achtung:

Wird die Versammlung verlegt, muss zu einem späteren Zeitpunkt erneut form- und fristgemäß eingeladen werden.

 

Die Versammlungsbeschränkung wurde aufgehoben. Kann oder muss die Versammlung umgehend durchgeführt werden?

Natürlich ist es wünschenswert, die abgesagte Mitgliederversammlung schnellstmöglich nachzuholen. Denn eine Vertagung für kurze Zeit wiegt weniger schwer, als ein vollständiger Ausfall in einem Jahr.

 

Folgende Kriterien sollten beachtet werden und sind bei der Risikoabwägung hilfreich:

  • Gibt es Vorgaben oder Empfehlungen der Behörden, beispielsweise vom zuständigen Gesundheitsamt oder dem Landkreis?
  • Wie viele Menschen werden bei der Versammlung erwartet?
  • Gibt es besondere Risikofaktoren, die zu berücksichtigen sind? Dies kann beispielsweise die zu erwartende Anwesenheit vieler älterer Menschen sein oder von Menschen mit Vorerkrankungen.
  • Ist der Ablauf der Veranstaltung besonders risikogeneigt? Besteht also ein besonders enger Kontakt der anwesenden Menschen? Wie sind die räumlichen Gegebenheiten? Besteht eine regelmäßige Belüftung der Räume und ist für eine ausreichende Möglichkeit der Handhygiene gesorgt?
  • Gibt es eine Empfehlung vom übergeordneten Verband?

Auch die Dauer der Veranstaltung kann eine Rolle spielen oder auch die Frage, ob noch Kontakt mit anderen Menschen vorhanden ist, wie beispielsweise bei größeren Veranstaltungsorten, an denen parallel mehrere Veranstaltungen stattfinden.

 

 

Können Beschlüsse der Mitglieder auch ohne Mitgliederversammlung / in Form einer Online-Versammlung gefasst werden?

Das geht grundsätzlich nur, wenn dies und das genaue Verfahren explizit in der Satzung geregelt sind. Aufgrund der aktuellen Situation gilt jedoch folgende Regelung:

Ein Beschluss kann auch durch eine elektronische Kommunikation („virtuelle Mitgliederversammlung“) oder ein Umlaufverfahren, bei dem die Mitglieder ihre Stimmen vor Durchführung der Mitgliederversammlung schriftlich abgeben, gefasst werden, unabhängig ob dies in der Satzung festgeschrieben ist. Ein solcher Beschluss ohne Versammlung der Mitglieder ist gültig, wenn

  • alle Mitglieder beteiligt wurden
  • der Verein über die geeignete Software verfügt (z.B. https://voxr.org/de/vereine-und-verbaende-online).
  • bis zu dem vom Verein gesetzten Termin mindestens die Hälfte der Mitglieder ihre Stimmen in Textform abgegeben haben
  • der Beschluss mit der erforderlichen Mehrheit gefasst wurde

Ein Umlaufverfahren lässt sich sowohl bei kleinen, wie bei großen Vereinen leichter organisieren, als die virtuelle Mitgliederversammlung, da keine technischen Voraus-setzungen geschaffen werden müssen.

 

Achtung:

Von den Gesetzesänderungen ausgenommen sind die im Gesetz oder der Satzung geregelten Mehrheitserfordernisse, soweit in der Vereinssatzung nichts Abweichendes geregelt ist,

 

Diese Regelung gilt nur für Mitgliederversammlungen, die 2020 stattfinden und verliert ihre Gültigkeit nach dem bis 31.12.2021. (vgl. Gesetz über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie (Artikel 2 § 5) in Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 14, ausgegeben zu Bonn am 27. März 2020)

 

 

Quelle: Württembergischer Landessportbund e.V. unter https://www.wlsb.de/infothek-news/917-empfehlungen-fuer-sportvereine-zum-coronavirus (abgerufen am 21.03.2020).